Kinderwallfahrt
„So wunderbar ist Gottes Schöpfung“
Kinderwallfahrt – Unterwegs mit den Erstkommunionkindern
Unterwegs sein ist „in“ in unserer Zeit, hat aber im Christentum eine jahrhundertealte Tradition und so machten sich am 13. Juni 2026 14 Erstkommunionkinder und Eltern auf zu einer Kinderwallfahrt unter dem Motto „So wunderbar ist Gottes Schöpfung “; diese wurde von Mitgliedern des Erstkommunionteams vorbereitet und geleitet. Gut ausgerüstet mit Proviant im Rucksack, trafen wir uns zunächst bei angenehmem, aber sehr windigem Wetter am Geltinger Pfarrheim. Zunächst gingen wir der Frage nach, wer unsere Welt eigentlich so bunt macht. Schnell stellten die Kinder fest, dass Gott all die Tiere, Blumen und Menschen so vielfältig und schön erschaffen hat. Zum äußeren Zeichen dafür knüpften wir bunte Bänder an ein kleines Holzkreuz, das die Kinder nun abwechselnd tragen durften. Die beiden Lieder „Gottes Liebe ist so wunderbar“ und „Du hast uns deine Welt geschenkt “, die wir unterwegs sangen, begleiteten uns den ganzen Tag und wurden für uns zu einem schönen Ohrwurm.
Der Weg führte uns zunächst durch Gelting Richtung Kanal und am Kanal entlang. Unterwegs wurde an verschiedenen „Erlebnis-Stationen“ Halt gemacht. So gingen die Kinder mit einer zum Fernrohr umfunktionierten Küchenrolle auf Erkundungsreise oder wurden ganz still und spitzen die Ohren, um genau hinzuhören, ob wir unser selbst erklärtes Ziel erreichen konnten, 10 verschiedene Geräusche in der Natur zu vernehmen. Da nun der Ehrgeiz geweckt war, schafften wir das in großzügiger Auslegung tatsächlich!
An einer anderen Station spürten die Kinder nach, wie es sich anfühlt, wenn man blind ist und die Schönheit der Natur nicht mit eigenen Augen wahrnehmen kann. Dazu gingen sie mit verbundenen Augen an einem Seil entlang. Außerdem probierten die Buben und Mädchen auf einem eigens von uns aufgebauten Barfußpfad aus, wie es sich anfühlt, auf verschiedenem Untergrund zu gehen. Die Favouriten der Kinder waren schnell ausgemacht: spitze Tannenzapfen, Luftpolsterfolie und feiner Sand. Für viele große und kleine Wallfahrer war es auch eine neue Erfahrung den „Baumpuls“ zu erspüren, indem sie ihre Hände um den Baumstamm legten.
Nach jeder Station erzählten die Kinder von ihren Erfahrungen und formulierten dazu jeweils einen Danke-Satz.
Da Wallfahrten müde macht, waren wir nach 2 Stunden froh, als der Geltinger Kirchturm schließlich wieder näher rückte und wir im Dorfladen eine Eis-Pause einlegen konnten. Gestärkt ging es dann in die Kirche, wo wir über den Heiligen Franz von Assisi hörten, der vor genau 800 Jahren gestorben ist. Wir erfuhren, dass für Franziskus die Tiere wie Brüder und Schwestern waren und dass er uns auch heute noch zeigen kann, wie wir liebevoll mit Tieren und unserer Welt umgehen können. Wir hörten uns seinen bekannten „Sonnengesang“ an und ließen dabei die Atmosphäre der Kirche auf uns wirken.
So wie bereits früher Menschen ihren Dank in Psalmen vor Gott getragen haben, wurden nun die unterwegs gesammelten Danke-Sätze als „unser“ Psalm vorgelesen und ein Plakat gestaltet, das wir in der Kirche aufhängten.
Zur Erinnerung durfte sich jeder Teilnehmer ein buntes Band vom Kreuz abnehmen und mit nach Hause nehmen.
Die Kinder schnupperten nun zum Abschluss noch an einem Rosmarin-Zweig und rieben ihn zwischen den Fingern. Wir stellten fest, dass der Duft an den Fingern haften bleibt. So ist es auch mit Gott: Wir können ihn nicht sehen, merken aber, dass er da ist und uns auf unserem Weg begleitet.
Wer wollte, konnte nun noch in der Mariengrotte eine Kerze anzünden, was sich bei dem starken Wind aber als recht schwierig erwies.
Im Schatten unter den Bäumen des Geltinger Pfarrgartens ließen wir unsere Wallfahrt mit einem Picknick ausklingen und freuten uns über das gemeinsame „Unterwegssein“ und das bewusste Spüren unserer Sinne an diesem Tag.


